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27. August 1996, Abendzeitung Franken,
"Hier schwitze ich; ich kann nicht anders

(von Klaus Schamberger)
Im Allgemeinen unterstützen wir ja die seelsorgerischen
Bemühungen aller Kirchen, aller Konfessionen ganz gern. Aber
nicht immer ganz vorbehaltlos. Die PR-Bemühungen eines
Nürnberger Diakons etwa entlocken uns eher ein Naserümpfen. Der
Diakon - so entnehmen wir dem Sonntagsblatt Bayern - hat seinen
Hang zur Strickliesel entdeckt und propagiert jetzt allen Ernstes
fürs Seelen- und Opferstockheil die sogenannte Luthersocke. Es
handelt sich dabei um einen grobgestrickten Rupfenstrumpf für
gläubige Männer und Frauen, der heuer vom heiligen Monat
Dezember an für zehn Mark pro Paar verkauft wird. Auf der
evangelischen Bekenntnissocke findet sich der berühmte Satz des
Reformators "Hier stehe ich. Ich kann nicht anders."
Wir sehen nach diesem ersten handgestrickten Prototyp schon
weitere Gebetsstrümpfe auf uns zukom-men: Die
griechisch-orthodoxe Weihrauchsocke, die Vatikanischen
Leisetreter, der aus Brennesselfaser gewirkte Ketzerstrumpf, die
freireligiöse Empfängnisverhütungssocke. Ob die evangelischen
Luthersocken nach einer Woche Rumlaufen zum Lüften ans
Kirchenportal geheftet werden, ob es für sie im Schadensfall ein
kirchlich abgesegnetes Stopfei gibt, entzieht sich unserer Kenntnis.
Insgesamt möchten wir zur Entwicklung auf dem Gebiet des
Sozial-Marketing und der protestantischen Kirche aber anmerken:
Hier schwitze ich. Ich kann nicht anders."

19. Juni 1997, Kirchentagsredaktion Online,
"Auf protestantischen Socken über den Kirchentag

Kein Devotionalienhandel, sondern marktwirtschaftlich
einwandfreies Ergebnis studentischer Bemühungen. Das
begehrteste Objekt bei den Trophäensammlern des Leipziger
Kirchentags ist ein Stück Fußbekleidung: die Luthersocke!"
(www.kirchentag.de/start_oben.html)

20. Juni 1997, Frankfurter Rundschau,
"Luthersocken - Die Geschäftsidee zum Kirchentag"


20.Juni 1997, Frankfurter Allgemeine Zeitung
"Leipzig, 19. Juni. Ein Stück Selbstbewusstsein wird den
Kirchentagsbesuchern angeboten. Luthersocken in Blau und Weiß
mit der Aufschrift "Hier stehe ich, ich kann nicht anders" - sie sind
auch als rote Socke zu haben - sollen ihnen dazu verhelfen.
Verkauft werden sie an einer Ecke der Thomaskirche, in der Bachs
Orgelmusik erklingt. ... Der fünfte Evangelist dürfte weniger
Schwierigkeiten mit seiner protestantischen Identität gehabt haben
als seine späten Nachfahren ..."

21. Juni 1997, BILD-Zeitung,
"Kirchentag zum Kaufen
Die Luthersocke ist der Renner!

Kirche, Kitsch & Kommerz. In Leipzig boomt das Geschäft mit
Kirchentags-Souvenirs. Der absolute Kassenschlager: Die
Luthersocke. Die gibt's in weiß, rot und blau an einem kleinen
Stand vor der Thomaskirche und kostet 12 Mark. Auf den
Strümpfen der Spruch des großen Reformators: "Hier stehe ich. Ich
kann nicht anders." In nur zwei Tagen wurden 800 Paar verkauft."

2. Juli 1997, Süddeutscher Rundfunk, "Auf ein Wort:
"Hier stehe ich - ich kann nicht anders." Das markige Sprichwort,
das Martin Luther zugeschrieben wird, gibt's jetzt als Socke.
Als bloße Sockenaufschrift wirkt das Wort Luthers wie ein Joke.
Aber es ist mehr als das. Luther soll es gesagt haben, als er im
Alter von 37 Jahren zum Reichstag nach Worms vorgeladen wurde.
Vor dem Kaiser und den Standesvertretern, vor der geballten Macht
derer, die damals das Sagen hatten im öffentlichen - politischen
und kirchlichen - Leben - vor ihnen hatte sich der junge Mann zu
rechtfertigen. Für seine umstürzlerischen Veröffentlichungen, die so
sehr an der Autorität des Papstes und seiner Verbündeten
kratzten. Für die Unruhe, die er damit ins Volk brachte. Für die
Glaubensfreiheit, zu der er aufrief. Ein gefährlicher Mann! In Worms
nun sollte er mundtot gemacht werden. Wenn man ihn erst einmal
dazu bewegen könnte, seine Aussagen zu widerrufen, wäre die
Sache entschieden. Aber Luther hielt an seiner Kritik fest: "Solange
mich niemand widerlegt und mir öffentlich nachweist, dass ich mich
irre in meiner Auffassung, habe ich keinen Grund irgendetwas
zurückzunehmen. Hier stehe ich. Ich kann nicht anders. Gott helfe
mir. Amen." So soll Luther sein Plädoyer in eigener Sache beendet
haben. Und seither ist der Spruch zur Parole für Selbstbewusstsein
und Zivilcourage geworden. Das ist es auch, was uns daran
imponiert: Die klaren und deutlichen Worte, mit denen hier jemand
für seine persönliche Überzeugung ein-steht. In aller Öffentlichkeit.
Da wird nicht abgewogen und taktiert. Da geht es nicht um Erfolg
oder Kar-riere. Sondern um die eigene Überzeugung. Und auch
darum, vor Gott, vor den Menschen und vor sich selbst aufrecht
dazustehen. Diese aufrechte Haltung, dieses Rückgrat beeindruckt
uns. Wer die Luthersocke trägt, muss eine gehörige Portion
Selbstbewusstsein auf die Waage stellen. Andernfalls wirkt es
kläglich."

14. Januar 1998, IDEA-Spektrum, "Bekenntnis-Socke
Auch an den Füßen können Lutherfreunde dem Reformator
huldigen ..."

17. Januar 1998, Katholisches "Ruhrwort",
"Mut per Luthersocke

Protestanten setzen auf gesinnungsstarke Strümpfe
Was lässt den Pfarrer selbstbewusst auf die Kanzel steigen, was
verleiht dem Durchschnittsprotestanten Bekennermut? Die
Luthersocke ..."

24. Februar 1998, Süddeutsche Zeitung,
"Coole Sprüche für Warme Socken

Jetzt können Pfarrer wieder predigen, ohne kalte Füße zu
bekommen ..."

1/1998, "Wir Rummelsberger",
Luthersocken für Edmund Stoiber

"Einen Rummelsberger Geschenkkorb überreichte Rektor Karl
Heinz Bierlein dem bayerischen Ministerpräsidenten. Neben
Blumen ... und Brot ... befanden sich auch die berühmten
Luthersocken und die ... Salz- und Pfefferstreuer darin."

12. September 2000, Stuttgarter Zeitung,
"Selbst in den USA werden Luthersocken getragen

Wie Rohraus Pfarrer eine Idee erfolgreich vermarktet
Von Joachim Männich
Gärtringen. Luthersocken? Das ist nicht etwa eine historische
Fußbekleidung, die der berühmte Reformator hinterlassen hat. Mit
Martin Luther hat das Textilstück gleichwohl viel zu tun.
Luthersocke ist inzwi-schen sogar ein als Warenzeichen
geschützter Begriff.
Sozusagen die Erfinder der Luthersocken sind Peter Geiger, Pfarrer
im Gärtringer Ortsteil Rohrau (Kreis Böblingen), und der Diakon
Matthias Hellmuth aus dem fränkischen Schwarzenbruck. Bei einer
berufs-begleitenden Ausbildung zum Kommunikationswirt für
kirchliche Öffentlichkeitsarbeit, bei der sie eine Webekampagne für
die Stadtmission in Erfurt ausarbeiten sollten, kam den beiden im
Lutherjahr 1996 die Idee, auf Sockenentwürfe aus Papier die Luther
zugeschriebene Aussage "Hier stehe ich, ich kann nicht anders" zu
drucken. Das sind die bekannten Worte, mit denen sich Luther im
Jahr 1521 vor dem Reichstag in Worms verteidigt haben soll, als er
seine Thesen widerrufen sollte.
Die Prüfer waren von dem Gag so angetan, dass sie die beiden
ermunterten, die wirkliche Produktion aufzunehmen. Nach einer
Überlegungszeit gründeten die beiden Männer im Frühjahr 1997
tatsächlich eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) und ließen
die ersten Sockenpaare anfertigen, damals zunächst nur in zwei
Farben. Beim Kirchentag in Leipzig im gleichen Jahr wurden die
Luthersocken auf Anhieb zu einem begehrten Souvenir. "Wir haben
damals innerhalb von zwei Tagen etwa tausend Paar verkauft",
er-innert sich der 37 Jahre alte Pfarrer schmunzelnd.
Inzwischen hat die Minifirma ungefähr 5000 Paar Socken
abgesetzt. Es gibt sie in den Schuhgrößen zwi-schen 35 und 50,
und die Farbenpalette umfasst nun schon neun verschiedene
Variationen bis hin zu Flieder und Türkis. Selbst eine englische
Version ("Here I stand. I can do no other") ist bereits auf dem
Markt. Ein guter Abnehmer ist das Fremdenverkehrsbüro der
Lutherstadt Wittenberg. Allerdings greifen die Touristen aus USA
und Japan dort lieber zur Fußkleidung mit dem deutschen Aufdruck
- der wird als authentischer angesehen.
Allerdings: billig sind die Luthersocken nicht, 15 Mark kostet ein
Paar Socken regulär, die zu 75 Prozent aus Baumwolle und zu 25
Prozent aus Kunststoffen bestehen. Doch vom Verkauf, der
weitgehend über beschützende Werkstätten in Altdorf bei Nürnberg
abgewickelt wird, profitieren diakonische und kirchli-che
Einrichtungen. Von den Einnahmen aus dem Sockenverkauf, die
direkt im Pfarramt in Rohrau anfallen, gibt Peter Geiger ein Drittel
des Geldes an seine Kirchengemeinde ab. Und bei
Sammelbestellungen von anderen Kirchengemeinden räumen die
Verkäufer gern Sonderpreise ein.
Zu den witzigen Socken ist übrigens schon ein zweiter Artikel
hinzugekommen - das Luthershirt mit dem gleichen Aufdruck." (Sie
finden das Shirt im Sockenshop unter Angebote).

9. Juni 2001, Frankfurter Rundschau,
Jesus im Bademantel macht Ebbelwei zu Wasser

Zum Evangelischen Kirchentag gibt es auch Christus in der
Karikatur und Socken mit Luthers Slogan. Von der Luthersocke bis
zum Jesus-Comic: Keine Idee ist tabu, wenn am kommenden
Mittwoch der E-vangelische Kirchentag beginnt ... ... kaufen, er
kostet 39,80 Mark. Da ist die Luthersocke deutlich preiswerter. Für
14 Mark ist das Kleidungsstück zu haben, und zwar bei denen, die
das ganze Spektakel in Frankfurt angezettelt haben - den Leuten
vom Kirchentag höchstselbst. Wie Tengelmann und HL bietet die
Geschäftsstelle des Kirchentages im Internet ihre
Merchandising-Produkte an. Wie die Luthersocke eben, die von
einer gleichnamigen Gesellschaft bürgerlichen Rechts vertrieben
wird. Es gibt sie in Schwarz oder Marine und in den Größen 39 bis
46, jedenfalls aber mit dem Aufdruck "Hier stehe ich, ich kann nicht
anders"

19. Mai 2002, Sonntagsblatt, Mönch heiratet Nonne
Die recht offensive Vermarktung des Reformators in der Lutherstadt
Wittenberg
Wenn es darum geht, "Pilgertouristen" in die Lutherstadt
Wittenberg zu locken, ist die Stadtinformation nicht zimperlich.
Letzter Schrei im Angebot sind "Luthersocken".
... der Chef der Stadtinformation, Stephan Schelhaas ... ... zeigt bei
der Vermarktung des Reformators keine Skrupel und sagt:
"Katholiken vermarkten ihre Religion viel besser als wir
Protestanten." Schelhaas lässt keinen Zweifel daran, dass er mit
den katholischen Glaubensbrüdern gleichziehen will - zumindest im
Marketing. Messlatte ist für ihn einzig und allein die Zahl der
Besucher. Und die sieht gut aus. Im Jahr 2000 hat er allein 400
zusätzliche Reisegruppen aus den USA nach Wittenberg gelockt,
die eigentlich nur zu den Passionsfestspielen in Oberammergau
fahren wollten. Doch der pfiffige Schelhaas hatte zuvor
he-rausgefunden, dass die meisten der USA-Besucher
Protestanten sind. "Was lag näher, als denen zu sagen: Hey, hier
in Wittenberg findet ihr die Wurzeln eurer Religion, nicht in
Oberammergau:" Mit diesem Coup schnellten die
Übernachtungszahlen auf über 103 000 hoch. Im vergangenen Jahr
stieg sie nochmals um gut zehn Prozent.
Keine frage: Der Rummel um Luther sorgt für Arbeitsplätze in der
wirtschaftsschwachen Stadt. Bei einer Arbeitslosenquote von über
19 Prozent ist deshalb inzwischen auch die Kritik der Kirche an der
teilweise aggressiven Webung verstummt; die Theologen sehen
großzügig hinweg über Bierkrüge mit dem Lutherbild,
Magenbitterlikör mit dem Maen des Reformators und anderen
Nippes, den die Stadtinformation ver-kauft. Besonders gut verkaufen
sich die "Luthersocken". Auf denen steht in Deutsch oder Englisch
der bekannteste Satz des Reformators: "Hier stehe ich, ich kann
nicht anders."
Vor allem bei den Gästen aus dem Ausland kommen diese
Devotionalien gut an .. (Thomas Rentscher).
Bild: Zwei Studentinnen und ihre Wittenberger Luther-Souvenirs:
Andrea Broner und Susanne Steward aus den USA stehen auf
Luthersocken (Fotos: Rentschler)
Luthersockenbesitzer
Dr. Hermann von Löwenich
Dr. Johannes Friedrich
Dr. Helmuth Kohl
Dr. Günther Beckstein
Dr. Edmund Stoiber
Dr. Frank-Walter Steinmeier
Dr. Eckard von Hirschhausen
Erster Sockenverkauf Juni 1997 in Leipzig
Andrea Broner und Susanne Steward aus den USA
"Setze deine Füße auf festes Land
und höre auf den Sturm.
Höre auf den Sturm
und erschrecke nicht.
Du wirst mich verstehen.
Aber setze deine Füße auf festes Land."